Treffpunkt Wagner

Schreiben entschleunigt mich

Foto: Christian Mähler/Notizbuchblog

Foto: Christian Mähler/Notizbuchblog

Christian bezeichnet sich selbst als Notizbuchfanatiker. Weil er im deutschsprachigen Raum keinen Blog rund um das Thema fand, startete er 2009 selbst einen: Den Notizbuchblog. Seitdem versorgt er Menschen, die seine Leidenschaft teilen, mit vielen Infos und Artikeln rund um Bücher, Kladden und Kalender – eben alles, wo man spontan oder ganz strategisch Gedanken festhalten kann.

Wie entwickelst du einen Blogbeitrag?
Das kommt auf den Beitrag an. Rezensionen ergeben sich meist nach einem Austausch mit Herstellern, die mir Rezensionsexemplare zusenden. Diese verlose ich in der Regel auch an die Leser. Ansonsten habe ich eine große Menge an Informationsquellen, aus denen ich interessante Themen ziehe. Dann lese ich mir durch, was ich gefunden habe, und schreibe mehr oder weniger spontan drauf los.

Foto: Christian Mähler/Notizbuchblog

Foto: Christian Mähler/Notizbuchblog

Wie würdest du deine Leser charakterisieren?
Meine Leser sind Menschen, die noch gerne mit Stift und Papier arbeiten und nicht alles mit ihrem Smartphone erledigen. Neben den Kreativen gibt es auch viele Selbstorganisierer. Ich habe schon Umfragen dazu gemacht, wer meine Leser sind. ( http://www.notizbuchblog.de/2013/02/17/wer-sind-die-leser-des-notizbuchblogs/ ))
Welchen Artikel deines Blogs würdest du einem neuen Leser besonders ans Herz legen?
Im Blog gibt es deutlich mehr als 3000 Artikel – da fällt es mir schwer, einen einzigen herauszupicken. Ich schaue immer mal wieder gerne die allerersten Artikel an, die jemals erschienen sind. Der meistgelesene Artikel hat übrigens nichts mit Notizbüchern zu tun, sondern ist eine von mir geschriebene Bastelanleitung zu der Idee einer Kunststudentin, die ich mal im Internet gesehen habe: “Anleitung: Weihnachtsbaum in die Seiten eines Buches falten” – (http://www.notizbuchblog.de/2012/12/02/anleitung-weihnachtsbaum-in-die-seiten-eines-buches-falten/) – der Artikel wurde in den letzten Jahren auch bei großen Online-Magazinen, in Print-Magazinen und bei ARD Online verlinkt. Alleine dieser eine Artikel wurde seit seiner Veröffentlichung mehr als 27.000 Mal aufgerufen. Ansonsten verweise ich auch gerne auf mein E-Book, in dem die Artikel zu meinen Notizbuch- und Aufgabenregeln zusammengefasst sind (http://www.notizbuchblog.de/e-book/ )

Foto: Christian Mähler/Notizbuchblog

Foto: Christian Mähler/Notizbuchblog

Was macht ein gutes Notizbuch aus?
Für mich persönlich muss es handwerklich gut gearbeitet sein und darf auch nach wochenlangem intensivem Gebrauch nicht auseinanderfallen. Es sollte mindestens ein Lesezeichen (lieber zwei) haben. Meine bevorzugten Größen sind A4 und A5 mit Blankopapier oder dezentem Punktraster. Ich versuche auch, nur Bücher zu kaufen, die in Deutschland hergestellt wurden.
Kannst du dich noch an dein erstes Notizbuch erinnern?
Nicht so richtig. Ich bin schon als Kind damit in Berührung gekommen, da mein Großvater manchmal dünne Bücher mit leeren Seiten gebunden hat – aus Spaß. In der Schule habe ich diese dicken Terminkalender aus dem Supermarkt dazu genutzt, Notizen zu machen, Begebenheiten festzuhalten oder einfach nur den Schulalltag zu organisieren. So richtig bewusst Notizbücher wahrgenommen habe ich erst, als Moleskine auf den Markt kam und in den Buchhandlungen die ersten großen Aufsteller standen, in denen die kleinen schwarzen Büchlein angeboten wurden.
Was ist das verrückteste Notizbuch, das du je gesehen hast?
Da gab es einige: Notizbücher, die mit Jeans oder mit Warnwesten eingebunden sind, welche mit Holzeinband oder mit kugelsicherem Stahl. Bücher mit Papier aus Elefantendung (riechen übrigens nicht schlimm) sind ebenfalls sehr außergewöhnlich Besonders schön fand ich ein Notizbuch namens “Held der Arbeit”, das aus verschiedenen Industriepapieren zusammengesetzt ist (beispielsweise dem Papier der alten Führerscheine). Inspirierend finde ich auch Notizbücher mit außergewöhnlichen Lineaturen.

Foto: Christian Mähler/Notizbuchblog

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Wie viele Notizbücher hast du in deinem Leben bisher vollgeschrieben?
Das müssen Dutzende sein, sicher deutlich mehr als 100. Privat für allerhand Notizen und Tagebücher, im Büro für die Alltagsorganisation.
Was bewirkt das Schreiben in dir?
Wenn ich einen Gedanken präzise und nachvollziehbar von Hand niederschreiben möchte, dann muss ich innehalten und die richtige Formulierung finden. Beim Schreiben von Hand tippt man keinen Text, den man noch mehrmals umformuliert und ohne Geschmiere digital korrigiert. Was auf dem Papier steht, steht erst mal da. Diese Konzentration auf das Schreiben entschleunigt mich.
Was hältst du von kreativen Organisationmethoden, wie dem Bullet Journaling?
Kreative Organisationsmethoden finde ich prima. Jeder hat so seine Vorlieben und die eine Methode passt besser zu einem als eine andere. Da wird jeder selbst fündig. Ich selbst habe schon viele Varianten von Organisationsmethoden ausprobiert, aber im Kern bin ich über die Jahre bei einem relativ stabilen Satz von Methoden hängen geblieben. Irgendwann habe ich versucht, diese Methoden systematisch niederzuschreiben und daraus sind meine Notizbuchregeln und Aufgabenregeln entstanden. Die habe ich also nicht erfunden, sondern einfach aus dem abgeleitet, wie ich jeden Tag mit Notizbüchern arbeite.
Sind Sie auch ein Liebhaber von Papier, Notizen und Organisation? Dann stöbern Sie weiter auf www.notizbuchblog.de!

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